Was bedeutet der Tod?

In diesem Jahr wandten wir uns zum zweiten Mal dem Thema

 „Mit Kindern über Tod und Trauer sprechen“ zu.

Als Einstieg ins Thema wählten wir ein Bodenbild mit zwei unterschiedlichen Tüchern. Einem goldenen, das das Schöne, helle und Freuden spendende des Lebens symbolisierte und ein schwarzes, das für das Traurige, Dunkle im Leben steht. Wir stellten fest, dass beides zum Leben dazugehört und tauschten uns darüber aus, was uns froh macht und was uns traurig macht. Als Zeichen für das Frohe gestalteten wir eine bunte Kerze, die uns durch die Themenreihe begleitete, ebenso wie das Lied „Gottes Liebe ist so wunderbar“.

Bei einer „Tränenkrugmeditation“ konnten die Kinder dem, was sie traurig macht dadurch Ausdruck verleihen, dass sie blaue Glasnuggets in einen Krug legten und dazu sagten, was sie traurig macht. Die Kinder sind traurig, wenn die Eltern morgens gehen, wenn sie schimpfen, wenn es Streit gibt, ein geliebter Mensch erkrankt  oder gestorben ist und Gewalt ausgeübt wird. Wir stellten fest, dass es in Ordnung ist auch mal traurig zu sein und die Tränen wichtig  und wertvoll sind. In der Bibel heißt es „Gott sammelt alle unsere Tränen in einem Krug“. Wenn wir traurig sind ist Gott mit uns und er will uns trösten. Anschließend bastelten wir Blumen, die wir in den Krug stellten, denn auch wenn es traurig ist im Leben, kann es später wieder schön werden. Miteinander beteten wir und baten Gott uns in Trauer zu helfe

Wir  lasen wieder das Buch „Die besten Beerdigungen der Welt“. Im Buch  gründete  eine Kindergruppe eine Beerdigung AG, um tote Tiere zu bestatten. Die Kinder fanden das Buch lustig und weil wir kein totes Tier zur Hand hatten, beerdigten wir einen „gestorbenen“, richtig alten Handschuh. Nach dem Tod kann man sich den Körper wie einen alten Handschuh vorstellen, den man nicht mehr braucht. Lieb gewonnen zwar, deshalb wird er beerdigt, aber leider kaputt und unbrauchbar. Er bekam einen Sarg, einen Kranz aufs Grab und ein Lied, alles war sehr festlich. Die Kinder waren begeistert und sehr andächtig.

Noch andere Bilderbücher und Aktionen begleiteten uns durch die Themenreihe. Kreuze  wurden als Hoffnungssymbole  bemalt, Steine wurden bemalt mit Symbolen, die für Traurigkeit stehen und die wir unter dem Kreuz ablegen durften. Einige Kinder nähten sich ein Sorgenfresserchen, mit dem sie kuscheln können, wenn sie traurig sind.

Nun wollten wir aber auch sehen, wo wirklich, echte Verstorbene denn nun hinkommen.

Wir besuchten das Bestattungsinstitut Rümpel und Corde in Buchholz. Sehr freundlich und mit viel Hingabe erklärte uns die Bestatterin, die wir Evi nennen durften, das ein Bestatter die Verstorbenen vor der Beerdigung schön kleidet und pflegt, damit sie auch gut aussehen, wenn sie im Himmel ankommen. Neugierig und interessiert betrachteten die Kinder die verschiedenen Särge und Urnen, die es so gibt. Die schönen Decken für die Verstorbenen und das „Engelskleid“, das der Verstorbene trägt wurden bewundert. Die Kinder waren ganz unbefangen und angstfrei bei der Sache. So hatten sie auch viel Freude daran zum Thema zu malen und sogar eine Urne zu verzieren. Am Ende durften alle Kinder den Bestattungswagen genau in Augenschein nehmen und sogar einmal einsteigen. Singend wanderten wir zum Steinmetz Naturstein Schaab. So viele unterschiedliche Steine gab es zu betrachten. Mit viel Geduld und Ruhe erklärte Herr Schaab, wie die Buchstaben auf die Steine kommen und führte dies auch vor. Wir lernten die große Steinsäge kennen und verschiedene Steinarten. Herr Schaab hatte eigens für die Kinder kleine Schieferplatten vorbereitet. Jedes Kind bekam eine Platte mit seinem Namen und ein Schmirgelpapier, um sich ein Frühstücksbrett selber zu schmirgeln. Die Kinder waren tagelang am schmirgeln.

Dann fuhren wir zum Friedhof. Dort trafen wir uns mit Pastor Geilen und Evi vom Bestattungsinstitut. Gemeinsam gingen wir in die Kapelle. Evi erklärte sehr anschaulich, wie alles für eine Trauerfeier geschmückt wird. Wir sangen miteinander von Gottes Liebe und „Weißt du wie viel Sternlein stehen“, Frau Westermann orgelte ein bisschen schief und die Glocken wurden geläutet. Fast, wie bei einer richtigen Trauerfeier. Auf dem Friedhof betrachteten wir viele unterschiedliche Grabsteine und Grabgestaltungen. Ein Segelschiff auf dem Stein bedeutet, dass der Verstorbene Kapitän war, was Pastor Geilen und Evi, die den Verstorbenen kannten erzählten. Viele Engel, Rosen und Herzen sahen wir und ein ganz buntes Grab für ein Kind. Miteinander sprachen wir über die Bedeutung der Symbole. Wir fanden das Grab von Jaminas Urgroßeltern und stellten ein  Grablicht auf das Grab. Jamina legte eine Muschel dazu, die sie mitgebracht hatte. Wir schwiegen ganz kurz und Pastor Geilen sprach den Psalm vom guten Hirten. Es gab so viel zu entdeckten: Stehende Grabsteine, liegende, einzelne individuelle Gräber und zwei Felder mit vielen Grabstätten,  Grabplatten und ein anonymes Feld. Wäre es nicht so frostig gewesen, wären wir bestimmt länger geblieben.  

Aber was kommt nach dem Tod?

Nach einer gemeinsamen philosophischen Runde zu dem, was nach dem Tod kommen könnte, malten die Kinder sehr ausdrucksstarke Jenseitsbilder. Uns war hierbei vor allem wichtig, die ganz eigenen Vorstellungen der Kinder wertzuschätzen. Jedes Kind macht sich sein eigenes Bild und glaubt ganz fest daran und das ist auch gut so. Denn so genau, weiß es ja niemand.

Am letzten Tag der Themenreihe präsentierten wir mit Pastor Geilen das Erlebte  in unserer Martin Luther Kirche. Wir beteten und sangen miteinander. Die Themenreihe Tod und Trauer war eine intensive, erfüllende Zeit für viele Kinder und auch uns Erwachsene. Die Kinder konnten Antworten auf Fragen finden, vor denen die Erwachsenen oft ausweichen. Wir Erwachsenen konnten staunen über den ganz natürlichen, unbefangenen Umgang der Kinder mit dem Kreislauf des Lebens: Alles was lebt, stirbt irgendwann…..

Was  aber macht uns Hoffnung, wenn wir traurig sind und im Dunkel? Die Kinder wissen es schon: „Na Gott und das Licht!“ Was wünschen wir uns und auf was hoffen wir? Kinder und Eltern konnten ihre Wünsche und Hoffnungen auf goldene Blätter schreiben und sie an unseren Wunschbaum in unserer Gruppe hängen. Kinder und Eltern wünschen sich vor allem Frieden untereinander und schöne gemeinsame Stunden in der Advents- und Weihnachtszeit.

M. Westermann

Alt und Jung begegnen sich!

Seit Dezember 2017 arbeiten wir gemeinsam mit der Seniorenresidenz in der Soltauerstraße in Buchholz zusammen. Wir möchten gerne, dass sich Alt und Jung begegnen, gemeinsam Zeit verbringen und Freude daran haben. Wir fahren regelmäßig mit den Kindern in das Seniorenheim um an verschiedenen Aktivitäten teilzunehmen, die gemeinsam von MitarbeiterInnen der Seniorenresidenz und uns geplant und durchgeführt werden.

Aktivitäten, wie Singen, Tanzen, Gymnastik, Kochen oder Backen. Mit selbstgebastelten Dingen machen unsere Kinder den älteren Menschen eine Freude, indem sie z.B. den Tannenbaum oder Tannenzweige schmücken.

Dies sind sehr spannende Erfahrungen für alle Beteiligten, da die Kinder teilweise den Umgang mit so alten bzw. kranken Menschen gar nicht mehr kennen und für die Senioren ist es schön, so viel Leben und Freude im Haus zu haben.

M. Lausberg